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Wie funktioniert das Auslandsportal?

Anwalt erklärt Schritt-für-Schritt Anleitung zum digitalen Visumantrag in Deutschland (Auslandsportal).

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Hier erfahren Sie ...
  • dass das Auslandsportal Teil der neuen Digitalisierungs-Strategie im deutschen Visumsrecht ist

  • dass das Auslandsportal Schritt für Schritt die klassische Visumsbeantragung ablösen soll

  • dass aus Anwaltssicht das Auslandsportal eine erhebliche Vereinfachung der Visumbeantragung darstellt, seitdem das Portal technisch ausgereift ist

  • dass das Auslandsportal nur sinnvoll ist, wenn Ihre Botschaft und Ihre Antragskategorie im Auslandsportal freigeschaltet sind

  • wie man das Auslandsportal im Detail benutzt und was die Tücken sind

Inhaltsverzeichnis

Schritt 1: Beim Auslandsportal registrieren

Schritt 2: Antrag über das Auslandsportal stellen

Schritt 2.1: Vorprüfung zur Art des Visumsantrags

Schritt 2.2: VIDEX-Formular ausfüllen

Schritt 2.3: Dokumente hochladen

Schritt 3: Zum Visuminterview eingeladen werden

Schritt 4: Visumerteilung und Einreise nach Deutschland

FAQ zum Auslandsportal

Fazit zum Auslandsportal

Schritt 1: Beim Auslandsportal registrieren

Was ist das Auslandsportal und wie verändert es den Visumantrag?

Das Auslandsportal der Bundesrepublik Deutschland revolutioniert das klassische Visumverfahren und ersetzt weitestgehend die rein manuelle Beantragung vor Ort. Während man früher mühsam einen Termin buchen musste und die Botschaft sowie die Sachbearbeiter erst am Stichtag zum ersten Mal mit den Dokumenten konfrontiert wurden, verlagert das Auslandsportal die Dokumentenprüfung effizient vor den eigentlichen Termin.


Dieses Prinzip der digitalen Vorprüfung kennt man bereits von modernen Ausländerbehörden (siehe beispielsweise Online-Antrag beim Landesamt für Einwanderung (LEA) Berlin). Für Sie ändert sich dadurch die Reihenfolge des Prozesses entscheidend: Anstatt direkt einen Termin zu vereinbaren und die analoge Dokumentenprüfung abzuwarten, folgt das Verfahren nun dem Prinzip: erst digitaler Antrag und digitale Vorprüfung, danach der Vor-Ort-Termin. Wichtig zu wissen: Die analoge Prüfung Ihrer Originaldokumente an der Botschaft fällt dadurch nicht weg. Das Auslandsportal übernimmt jedoch eine entscheidende „Vorsortierungsfunktion“, die Fehler minimiert, Wartezeiten verkürzt und den gesamten Prozess für Sie deutlich beschleunigt.

Wie funktioniert das Registrieren beim Auslandsportal?

Die Registrierung im Auslandsportal ist denkbar unkompliziert und folgt dem klassischen Prinzip eines modernen Online-Verfahrens, für das bereits eine einfache, gültige E-Mail-Adresse ausreicht. Ein großer Vorteil des aktualisierten Systems liegt in der neuen Flexibilität, denn während früher strikt nur ein einziger Visumantrag pro E-Mail-Adresse eingereicht werden konnte, erlaubt das Portal heute die Verwaltung mehrerer Anträge über ein einziges Konto. Dadurch ist es nun problemlos möglich, die Anträge für die gesamte Familie gebündelt in einem einzigen Account zu erstellen und gemeinsam im Blick zu behalten. Der Ablauf nach der ersten Dateneingabe ist in wenigen Augenblicken erledigt, da man lediglich die eigene E-Mail-Adresse über einen Bestätigungslink aktivieren muss. Sobald dieser Schritt abgeschlossen ist, loggt man sich einfach mit dem gewählten Passwort ein und kann das gesamte Auslandsportal mit all seinen digitalen Funktionen und Formularen vollumfänglich nutzen.

Schritt 2: Antrag über das Auslandsportal stellen

Vorprüfung zur Art des Visumsantrags

Nach der erfolgreichen Registrierung folgt der zweite Schritt, in dem der eigentliche Antrag über das Auslandsportal gestellt wird. Der erste Teil dieses Prozesses beginnt mit einer vorgeschalteten Vorprüfung zur Art des Visumantrags, bei der das System gezielt einige Fragen abfragt, um überhaupt präzise ermitteln zu können, welche spezifische Antragsart für Ihr Vorhaben infrage kommt. Hierbei ist zu beachten, dass bestimmte Kombinationen von Visakategorien und Reisezwecken noch nicht in jedem Land flächendeckend verfügbar sind, da das digitale Angebot stark länderspezifisch geregelt ist. Tendenziell weitet das Auslandsportal dieses Angebot jedoch kontinuierlich aus, sodass immer mehr Konstellationen und Länder digital abgedeckt werden und der Beantragungsprozess dadurch für eine wachsende Zahl von Antragstellern zugänglich wird.

VIDEX-Formular ausfüllen

Der zweite Teil des Prozesses umfasst das Ausfüllen des VIDEX-Formulars, wobei die im Auslandsportal gestellten Fragen exakt mit den klassischen Inhalten dieses Dokuments übereinstimmen. Das VIDEX-Formular ist zu diesem Zweck sogar direkt in die Benutzeroberfläche des Auslandsportals eingebunden, allerdings gibt es technisch noch die Einschränkung, dass Daten leider nicht direkt von einem extern ausgefüllten VIDEX-Formular in das Portal übertragen werden können, weshalb die Angaben direkt im System eingetragen werden müssen. Beim Beantworten aller geforderten Fragen sollten Antragsteller zudem beachten, dass keineswegs alle Angaben zwingend erforderlich sind, da das Formular auch viele freiwillige Felder enthält, die für den eigentlichen Kern des Visumantrags nicht zwingend ausgefüllt werden müssen.

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Dokumente hochladen

Der dritte Teil des Prozesses widmet sich dem Hochladen der Dokumente, was direkt im Anschluss möglich ist, nachdem alle Fragen zur Vorprüfung beantwortet und sämtliche Informationen im integrierten VIDEX-Formular vollständig eingegeben wurden. Nach dem erfolgreichen Upload werden die hochgeladenen Dokumente für eine erste digitale Vorprüfung von den Mitarbeitern des Auslandsportals gesichtet. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass es sich dabei noch nicht um eine inhaltliche Entscheidung über die Visumerteilung handelt, sondern zunächst ausschließlich die Qualität, Vollständigkeit und Art der Dokumente überprüft werden. Diese erste formelle Rückmeldung erfolgt oft sehr effizient und ist mitunter schon innerhalb weniger Stunden nach dem Hochladen der Dokumente abgeschlossen.

Schritt 3: Zum Visuminterview eingeladen werden

Sobald die digitale Vorprüfung und die Dokumentenüberprüfung erfolgreich abgeschlossen und vom System akzeptiert wurden, erhalten Antragsteller direkt im Auslandsportal eine Einladung zur Buchung ihres persönlichen Vor-Ort-Termins. Die eigentliche Terminbuchung erfolgt daraufhin zwar wie gewohnt über das klassische RK-Terminbuchungssystem der jeweiligen Auslandsvertretung, allerdings mit dem entscheidenden Vorteil, dass exklusive und privilegierte Kontingente speziell für Nutzer des Auslandsportals zur Verfügung stehen. Diese Termine sind meistens sehr zeitnah verfügbar und liegen in der Regel innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen nach der erfolgreichen Dokumentenprüfung. Ab dem Zeitpunkt der erfolgreichen Buchung geht das Verfahren schließlich seinen gewohnten Gang, sodass der restliche Prozess nahtlos dem klassischen, bekannten Visumverfahren entspricht.

Schritt 4: Visumerteilung und Einreise nach Deutschland

Nach dem Erhalt Ihres Visums für Deutschland sollten Sie dieses zuerst gründlich auf Tippfehler (z. B. bei der Passnummer oder Gültigkeit) prüfen, da Unstimmigkeiten zu Problemen bei der Einreise führen können. Nach Ihrer Ankunft sind Sie gemäß § 17 Bundesmeldegesetz (BMG) verpflichtet, sich innerhalb von zwei Wochen beim lokalen Bürgeramt anzumelden; die dort ausgestellte Meldebescheinigung ist die Basis für fast alle weiteren Behördengänge.

Sofern Sie mit einem nationalen D-Visum eingereist sind, müssen Sie im nächsten Schritt bei der Ausländerbehörde die Umwandlung in eine Aufenthaltserlaubnis beantragen – nähere Details hierzu finden Sie auch in unserem VISAGUARD-Fachbeitrag. Sobald Sie diese Aufenthaltserlaubnis besitzen, steht Ihnen bei Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen auch der langfristige Weg offen, später eine Niederlassungserlaubnis oder die Einbürgerung zu beantragen.

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FAQ Auslandsportal

Was passiert, wenn meine Dokumente in der digitalen Vorprüfung feststecken oder unberechtigt abgelehnt werden?

Obwohl das Auswärtige Amt in gerichtlichen Verfahren regelmäßig die Auffassung vertritt, dass das bloße Hochladen der Dokumente noch keinen formellen Visumantrag darstellt, sieht die rechtliche Realität anders aus. Wenn das Auslandsportal Ihre Dokumente unberechtigt ablehnt oder die Bearbeitung blockiert, kommt dies einer faktischen Verweigerung der Antragsbearbeitung gleich, weshalb Ihnen die ganz normalen verwaltungsrechtlichen Widerspruchs- und Klagemöglichkeiten offenstehen. Sie sind den technischen oder behördlichen Fehlentscheidungen im Portal also nicht schutzlos ausgeliefert, sondern können die Freischaltung und Weiterbearbeitung Ihres Antrags im Zweifel auch gerichtlich erzwingen.


Wie verlässlich ist die Prüfung der digitalen Dokumente im Vorverfahren und müssen Originale dennoch vorgelegt werden?

Der digitale Upload von Dokumenten genießt mittlerweile eine sehr hohe Glaubwürdigkeit bei den Behörden, da viele Nachweise und Urkunden über internationale Datenbanken direkt online verifiziert und gegengeprüft werden können. Das beschleunigt die Vorprüfung im Auslandsportal enorm und sorgt dafür, dass formelle Fehler frühzeitig erkannt werden. Unabhängig von dieser hohen digitalen Verlässlichkeit entfällt die Pflicht zur Vorlage der physischen Dokumente jedoch nicht, sodass Sie alle eingereichten Unterlagen beim späteren Vor-Ort-Termin in der Botschaft zwingend im Original vorzeigen müssen, um den Abgleich mit den hochgeladenen Daten abzuschließen.

Fazit Auslandsportal

Das Auslandsportal stellt einen entscheidenden Fortschritt in der Digitalisierungsstrategie des deutschen Visumrechts dar und bietet seit seiner technischen Reife eine erhebliche Vereinfachung für Antragsteller, sofern die jeweilige Botschaft und die gewünschte Visakategorie bereits für das System freigeschaltet sind. Die digitale Vorprüfung strukturiert das Verfahren effizient um und schützt Sie davor, unvorbereitet in einen Botschaftstermin zu gehen, birgt jedoch bei unberechtigten Blockaden auch handfeste administrative Hürden. Gegen solche Verzögerungen oder Weigerungen im Portal können Sie sich jedoch mit den klassischen Mitteln des Verwaltungsrechts effektiv zur Wehr setzen. Für den Erfolg Ihres Visumverfahrens bleibt eine strategische und präzise Vorbereitung der Dokumente unerlässlich, um das Potenzial dieses modernen Portals voll auszuschöpfen und den Weg für eine beschleunigte Einreise nach Deutschland freizumachen.

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