Einbürgerungen in Potsdam: Wie lange dauert es und hat eine Untätigkeitsklage Aussicht auf Erfolg?
- Gastautor
- 10. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Die steigende Nachfrage nach Einbürgerungen sorgt bundesweit für Belastungen, doch in Potsdam zeigt sich das Problem besonders deutlich. Wer hier einen Einbürgerungsantrag stellt, braucht derzeit außergewöhnlich viel Geduld. Nach übereinstimmenden Berichten aus der anwaltlichen Praxis dauern Einbürgerungsverfahren in Potsdam häufig zwei bis drei Jahre und nicht selten sogar länger. Das betrifft auch vollständig vorbereitete und gut dokumentierte Anträge. Viele Verfahren verharren über Monate oder Jahre im Stillstand, ohne dass Antragstellerinnen und Antragsteller über den Bearbeitungsstand informiert werden. Die Verzögerungen sind also kein Randphänomen, sondern spiegeln eine strukturelle Überforderung der zuständigen Behörde wider.
Untätigkeitsklage in Potsdam möglich?
Rechtlich ist die Lage eigentlich klar: Wenn eine Behörde drei Monate lang nicht über einen Antrag entscheidet, kann eine Untätigkeitsklage nach § 75 VwGO erhoben werden. Diese Klage soll die Verwaltung unter Druck setzen und eine Entscheidung erzwingen. In Potsdam funktioniert dieses Instrument jedoch kaum. Verschiedene Antragsteller*innen berichten, dass sich das Verwaltungsgericht Potsdam auffällig zurückhält und häufig eher Verständnis für die überlastete Behörde zeigt als für die Betroffenen, die seit Jahren auf ihre Einbürgerung warten. Selbst nach Klageerhebung werden Verwaltungsakten teilweise überhaupt nicht mehr bearbeitet, und auch die Klageverfahren selbst liegen oft ein Jahr oder länger ohne nennenswerte Entwicklung. Die Untätigkeitsklage verliert damit weitgehend ihre Rolle als Beschleunigungsmittel, weil sie seitens des Gerichts nicht energisch genug unterstützt wird.
Trotz dieser ernüchternden Praxis stellt sich vielen die Frage, ob eine frühe Klage, also bereits nach Ablauf der Dreimonatsfrist, dennoch sinnvoll sein kann. Für einige Antragstellerinnen und Antragsteller, die beruflich oder familiär besonders auf eine schnelle Entscheidung angewiesen sind, kann dieser Weg die einzige Möglichkeit sein, überhaupt irgendeine Bewegung in das Verfahren zu bringen. Auch wenn die Chancen auf eine tatsächliche Beschleunigung gering bleiben, kann eine frühe Klage im Einzelfall sinnvoll erscheinen, wenn absehbar ist, dass ein monatelanges Abwarten keine besseren Ergebnisse liefert. Sicher ist allerdings: Eine Garantie auf eine zeitnahe Entscheidung besteht in Potsdam derzeit weder außergerichtlich noch gerichtlich.
Fazit Einbürgerungen Wartezeit Potsdam
Wer in Potsdam die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen möchte, sollte deshalb mit langen Verfahrenszeiten rechnen und seine Erwartungen realistisch gestalten. Eine sorgfältige Antragstellung und vollständige Unterlagen sind wichtiger denn je, um Verzögerungen zumindest nicht zusätzlich zu verstärken. Zugleich kann eine strategische anwaltliche Begleitung helfen, den richtigen Zeitpunkt für weitere rechtliche Schritte abzuwägen und einzuschätzen, ob eine Untätigkeitsklage im konkreten Fall sinnvoll ist. VISAGUARD unterstützt Sie gern dabei, Ihr Verfahren einzuordnen, realistische Zeitprognosen zu erhalten und – wenn es notwendig wird – rechtliche Schritte wie eine Untätigkeitsklage vorzubereiten.



