EU diskutiert erneute Erhöhung der Schengen-Visumgebühren

Die Gebühren für Schengen-Visa könnten erneut steigen. Ein aktuelles Dokument des Rates der Europäischen Union zeigt, dass sich die zuständige Ratsarbeitsgruppe „Visa“ mit einer möglichen Erhöhung der Visumgebühren beschäftigen wird. Für die Sitzung am 14. September 2026 wurde am 4. September 2026 ausdrücklich ein „Discussion paper on a visa fees increase to support the EU Common Visa Policy“ veröffentlicht.
Eine Entscheidung über eine konkrete Gebührenerhöhung ist damit noch nicht gefallen. Das Thema steht aber offiziell auf der europäischen Agenda. Für Antragsteller könnte das bedeuten, dass Reisen in den Schengenraum künftig teurer werden.
Warum diskutiert die EU über höhere Visumgebühren?
Schengen-Visa werden weitgehend nach gemeinsamen europäischen Regeln erteilt. Grundlage ist insbesondere der EU-Visakodex. Damit gelten für kurzfristige Aufenthalte von grundsätzlich bis zu 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen weitgehend einheitliche Regeln.
Nun beschäftigt sich die zuständige Ratsarbeitsgruppe mit einer möglichen weiteren Gebührenerhöhung. Das am 4. September 2026 veröffentlichte Diskussionspapier trägt ausdrücklich den Titel „Discussion paper on a visa fees increase to support the EU Common Visa Policy“. Die Sitzung ist für den 14. September 2026 angesetzt.
Welche konkrete Höhe diskutiert wird und ob anschließend tatsächlich eine Erhöhung erfolgt, ist derzeit öffentlich noch nicht ersichtlich. Antragsteller sollten daher Meldungen über bereits beschlossene neue Gebühren mit Vorsicht betrachten.
Sind höhere Schengen-Visumgebühren für Antragsteller ein großes Problem?
Aus unserer anwaltlichen Praxis ist die eigentliche Visumgebühr häufig nicht der entscheidende Kostenfaktor eines Visumverfahrens. Verglichen mit den Kosten, die bei komplizierten Verfahren für anwaltliche Beratung oder sogar für ein gerichtliches Verfahren entstehen können, sind die eigentlichen Schengen-Visumgebühren regelmäßig von eher untergeordneter Bedeutung.
Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Erhöhung für jeden Antragsteller irrelevant wäre. Gerade bei Familien oder Antragstellern aus Staaten mit erheblich niedrigerem Einkommensniveau können auch vergleichsweise geringe zusätzliche Kosten ins Gewicht fallen.
Viel problematischer ist aus unserer Sicht allerdings das Verhältnis zwischen Gebühren und der teilweise angebotenen Dienstleistung.
Sind höhere Gebühren angesichts langer Bearbeitungszeiten gerechtfertigt?
Aus anwaltlicher Sicht kann man die Diskussion durchaus kritisch sehen. Antragsteller erleben bei deutschen Auslandsvertretungen teilweise lange Bearbeitungszeiten, eingeschränkte Erreichbarkeit und Schwierigkeiten bei der Terminvergabe. Wer für eine staatliche Dienstleistung Gebühren erhebt oder diese sogar erhöht, muss sich deshalb auch die Frage gefallen lassen, welche Qualität und Geschwindigkeit Antragsteller im Gegenzug erwarten können.
Vor diesem Hintergrund können weitere Gebührenforderungen durchaus als unangemessen empfunden werden.
Auf der anderen Seite benötigt eine funktionierende Visuminfrastruktur erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen. Wenn zusätzliche Einnahmen tatsächlich dazu verwendet werden, Bearbeitungskapazitäten auszubauen, IT-Systeme zu verbessern und Verfahren zu beschleunigen, kann eine höhere Finanzierung der gemeinsamen europäischen Visumpolitik durchaus sinnvoll sein.
Entscheidend wäre daher aus unserer Sicht weniger die absolute Höhe einer möglichen Erhöhung als die Frage, ob zusätzliche Einnahmen tatsächlich zu einer besseren Funktionsfähigkeit des Visumsystems führen.
Wann könnten die neuen Gebühren kommen?
Derzeit sollte noch nicht von einer beschlossenen Erhöhung gesprochen werden. Das Dokument des Rates zeigt zunächst, dass über eine Erhöhung diskutiert werden soll.
Die zuständige Ratsarbeitsgruppe „Visa“ beschäftigt sich am 14. September 2026 mit dem Thema. Erst die weitere politische und gegebenenfalls rechtliche Entwicklung wird zeigen, ob daraus tatsächlich eine Änderung der Gebühren folgt.
VISAGUARD wird die weitere Entwicklung beobachten.




