Make-it-in-Germany.com hat bis dato 35,8 Mio. € gekostet
- Isabelle Manoli

- vor 7 Stunden
- 3 Min. Lesezeit

Die Bundesrepublik Deutschland hat ein Problem, das sich nicht mehr hinter glänzenden Werbekampagnen verstecken lässt. Während die Wirtschaft händeringend nach klugen Köpfen sucht, scheint die digitale Infrastruktur der Migrationsverwaltung in einer Zeitschleife festzustecken. Kürzlich veröffentlichte Zahlen der Bundesregierung enthüllen eine pikante Realität: Seit 2012 flossen insgesamt 35,8 Millionen Euro in das Portal „Make it in Germany“. Allein über 16 Millionen Euro wurden für Marketingmaßnahmen aufgewendet, um Fachkräfte aus Indien, Marokko oder Ägypten anzulocken. Doch wer als hochqualifizierter Ingenieur oder IT-Spezialist der Einladung folgt, prallt oft gegen eine Mauer aus bürokratischer Ineffizienz. Wir erleben in unserer täglichen Kanzleipraxis, dass die Diskrepanz zwischen der bunten Online-Welt und der harten Realität in den Ausländerbehörden kaum größer sein könnte. Es stellt sich die dringende Frage, ob wir Millionen in die Schaufensterdekoration investieren, während der Laden dahinter personell und technisch am Ende ist.
Die Illusion der Digitalisierung im Aufenthaltsrecht
Das Portal liefert zwar wertvolle Erstinformationen und bündelt Checklisten zu den verschiedenen Aufenthaltstiteln, wie etwa der Blauen Karte EU gemäß § 18g AufenthG. Teilweise werden auch Beratungsdienstleistungen durch Make-it-in-Germany erbracht. Doch hier endet der Nutzwert für die Betroffenen meist schon. Für eine Fachkraft, die ein hohes Bildungsniveau mitbringt und digitale Standards aus anderen Einwanderungsländern gewohnt ist, wirkt Deutschland wie ein analoges Freilichtmuseum. Während Länder wie Kanada oder Australien transaktionsfähige Plattformen bieten, auf denen Profile erstellt, Dokumente hochgeladen und Bearbeitungsstände in Echtzeit verfolgt werden können, verharrt „Make it in Germany“ im Stadium einer reinen Informationsbroschüre. Für hochqualifizierte Migranten ist Zeit die wertvollste Ressource; das bloße Auflisten von Formularen, die man später doch ausdrucken und per Post verschicken muss, wirkt auf diese Zielgruppe fast schon abschreckend.
Der Koordinationsaufwand für Unternehmen und KMU steigt
Besonders kritisch sehen wir die aktuelle Strategie der Bundesregierung mit Blick auf die deutsche Wirtschaft. Global-Mobility-Manager und HR-Abteilungen benötigen verlässliche, schlanke Prozesse. Die Diskussion um zusätzliche digitale „Work-and-Stay-Agenturen“ lässt befürchten, dass wir uns in einer Zersplitterung der Zuständigkeiten verlieren. Statt einer zentralen, funktionalen Schnittstelle droht ein Wildwuchs an Plattformen, die von den Unternehmen parallel bedient werden müssen. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bedeutet dies einen massiven administrativen Mehraufwand, der die Anwerbung internationaler Talente eher bremst als fördert. Wir plädieren stattdessen für eine echte End-to-End-Digitalisierung, die den Namen verdient und die rechtlichen Hürden des Aufenthaltsgesetzes technologisch überbrückt.
Fazit: Marketing ersetzt keine Strukturreform
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Make it in Germany“ zwar ein notwendiger erster Schritt war, aber nach 14 Jahren und fast 36 Millionen Euro Investition weit hinter den Anforderungen der modernen Arbeitswelt zurückbleibt. Die Bundesregierung muss den Mut aufbringen, von der bloßen Präsentation zur echten Transaktion überzugehen. Eine Fachkraft mit Masterabschluss erwartet im Jahr 2026 mehr als nur eine Linksammlung zu PDF-Formularen. Die Digitalisierung der Migrationsverwaltung darf kein Marketingprojekt bleiben, sondern muss zur Kernaufgabe der Rechtsanwendung werden. Nur wenn wir den Prozess von der ersten Information bis zur Erteilung des Aufenthaltstitels volldigital und transparent gestalten, wird Deutschland als Einwanderungsland für Hochqualifizierte wirklich attraktiv.
Wie Visaguard Sie unterstützen kann
Als spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei füllen wir genau die Lücke, die staatliche Portale wie „Make it in Germany“ offenlassen. Während das offizielle Portal bei allgemeinen Informationen stehen bleibt, bieten wir Ihnen und Ihren künftigen Mitarbeitern eine durchgehende rechtliche Begleitung und echtes Prozess-Tracking. Wir navigieren Sie sicher durch die Paragraphen des Aufenthaltsgesetzes, übernehmen die Kommunikation mit den Behörden und sorgen dafür, dass aus dem digitalen Erstkontakt eine tatsächliche Arbeitsaufnahme wird. Vertrauen Sie nicht allein auf staatliche Checklisten – setzen Sie auf rechtssichere Expertise und effiziente Lösungen für Ihre Global Mobility.



