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Digitalisierung und Relocation: Visaright startet neues Projekt


Die deutsche Migrationspolitik gleicht derzeit einem Hochspannungsgelände. Während in den politischen Talkshows hitzig über Begrenzungen und Steuerung debattiert wird, steht die deutsche Wirtschaft vor einer weitaus pragmatischeren Herausforderung: Dem massiven Fachkräftemangel, der das Rückgrat unseres Wohlstands bedroht. Inmitten dieser gesellschaftlichen Debatte, in der die Digitalisierung der Migrationsverwaltung oft noch wie eine ferne Utopie wirkt, sorgt eine Nachricht für Aufsehen in der Branche. VISARIGHT, der einstige Vorzeige-Dienstleister aus Magdeburg, ist wieder online. Doch wer ein bloßes „Weiter so“ erwartet hat, irrt gewaltig. Das Team um Gründer Andreas Kopysov hat die Zeit genutzt, um das Modell der legalen Migration radikal neu zu denken. Es geht nicht mehr nur darum, Formulare auszufüllen, sondern darum, die unsichtbare Mauer aus bürokratischer Intransparenz einzureißen, die so viele qualifizierte Talente abschreckt.


Das Ende der Informationsasymmetrie im Aufenthaltsrecht

In der Vergangenheit war der Zugang zu verlässlichen Informationen über das deutsche Zuwanderungsrecht oft ein Privileg derer, die sich teure Berater leisten konnten. Andreas Kopysov, der selbst acht Jahre lang im Auswärtigen Amt gearbeitet hat, kennt das Muster hinter den Ablehnungen: Es scheitert selten an der Qualifikation der Bewerber, sondern fast immer an der Überforderung durch ein System, das seine Erwartungen nicht klar kommuniziert. Das neue VISARIGHT bricht mit diesem Modell und macht das gebündelte Wissen aus tausenden von Fällen für jeden kostenlos zugänglich. Wir beobachten diesen Schritt als Rechtsanwaltskanzlei mit großem Interesse, denn er adressiert das Kernproblem der deutschen Verwaltung: Den gewaltigen Informations-Gap. Wenn Informationen hinter Bezahlschranken versteckt werden, schadet das dem Standort Deutschland. Die neue Plattform setzt hier an und bietet eine Self-Service-Lösung, die das komplexe Geflecht aus Paragraphen in verständliche Sprache übersetzt.


Der Visa Checker und die rechtliche Einordnung nach dem FEG

Ein Herzstück der neuen Plattform ist der sogenannte „Visa Checker“. Dieser prüft die Berechtigung für insgesamt 19 verschiedene Aufenthaltstitel, was gerade im Hinblick auf das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) von entscheidender Bedeutung ist. Wer heute nach Deutschland kommen möchte, muss sich durch ein Labyrinth aus Regelungen navigieren – von der Blauen Karte EU gemäß § 18b Abs. 2 AufenthG bis hin zur neuen Chancenkarte zur Jobsuche nach § 20a AufenthG. Das Tool von VISARIGHT fungiert hierbei als digitaler Wegweiser, der prüft, ob die individuellen Voraussetzungen für einen spezifischen Paragraphen erfüllt sind. Dies ist ein Meilenstein für die Digitalisierung, da es die Vorprüfung, die normalerweise mühsam in den überlasteten Ausländerbehörden oder Konsulaten stattfindet, in den digitalen Raum verlagert. Es entlastet somit nicht nur die Bewerber, sondern indirekt auch die staatlichen Stellen, indem nur noch fundierte Anträge den Weg in die Behörden finden.


Migration auf B1-Niveau: Gesetzestexte für alle verständlich

Das deutsche Aufenthaltsrecht gilt selbst unter Juristen als eine der komplexesten Materien überhaupt. Die Sprache der Paragraphen ist oft hölzern, voller Querverweise und für Nicht-Muttersprachler kaum zu durchdringen. VISARIGHT hat es sich zur Aufgabe gemacht, das gesamte Zuwanderungsrecht auf ein B1-Sprachniveau herunterzubrechen. Dies ist eine kleine Revolution im Bereich Legal Tech, da hier juristische Präzision mit maximaler Nutzerfreundlichkeit gepaart wird. Zusätzlich bietet die Plattform einen Index von über 500 Ausländerbehörden und über 200 Botschaften, ergänzt durch einen KI-Assistenten, der Fragen auf Basis verifizierter Quellen beantwortet. Für die Betroffenen bedeutet das: Die Angst vor dem Paragraphendschungel schwindet. Wenn ein Bewerber genau versteht, warum er beispielsweise für eine Beschäftigung als Fachkraft mit Berufsausbildung gemäß § 18a AufenthG ein bestimmtes Gehaltsniveau erreichen muss, steigt die Akzeptanz für das Verfahren und die Fehlerquote sinkt drastisch.


Ein neues Zeitalter für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine

Wir als Anwaltskanzlei begrüßen diese Entwicklung ausdrücklich. Es gibt eine weit verbreitete Fehlannahme, dass Legal Tech die klassische Rechtsberatung ersetzen würde. Doch das Gegenteil ist der Fall. Das neue Projekt von VISARIGHT zeigt deutlich auf, wo die Grenze verläuft: Standardisierbare Informationen und einfache Prozessabläufe sollten frei zugänglich und digitalisiert sein. Ein Anwalt sollte nicht dafür bezahlt werden, einem Mandanten zu erklären, welche Unterlagen für ein Standardvisum nötig sind – das ist eine Serviceleistung, die die Technik besser und schneller erbringen kann. Unsere Expertise als Juristen wird dort wertvoll, wo es um die Würdigung komplexer Einzelfälle, Ermessensentscheidungen der Behörden oder den Rechtsschutz bei Ablehnungen geht. VISARIGHT schafft die Basis, auf der qualifizierte Migration erst reibungslos funktionieren kann, indem es die „Hausaufgaben“ für die Bewerber digitalisiert und automatisiert.


Fazit: Transparenz als Standortvorteil

Der Neustart von VISARIGHT markiert einen wichtigen Punkt in der deutschen Migrationslandschaft. Weg vom Relocation-Service, hin zu einer agilen Informationsplattform, die Wissen demokratisiert. In einer Zeit, in der Deutschland im globalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe steht, ist diese Form der Transparenz ein unschätzbarer Vorteil. Wenn wir als Land bestehen wollen, müssen wir den Zugang zu unseren Systemen so hürdenfrei wie möglich gestalten. VISARIGHT beweist, dass Innovation „Made in Germany“ gerade dort entstehen kann, wo staatliche Strukturen an ihre Grenzen stoßen. Es ist ein starkes Signal für den GovTech-Standort Deutschland und eine Einladung an alle Fachkräfte weltweit, den Schritt in unser Land zu wagen – diesmal mit einem klaren Kompass in der Hand.

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