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Making of #Ausländerbehördenquartett

Making of #Ausländerbehördenquartett

Ausländerbehördenquartett: Von der ersten Idee zum fertigen Konzept

Der Anstoß für das Ausländerbehördenquartett entstand aus einer Mischung aus Frustration und Kreativität. Wer regelmäßig mit deutschen Ausländerbehörden zu tun hat, sammelt zwangsläufig Geschichten, Kuriositäten und Erfahrungen, die zwischen Kopfschütteln und herzhaftem Lachen pendeln. Irgendwann entstand der Gedanke: Warum diese Realität nicht spielerisch greifbar machen? Aus diesem Impuls entwickelte sich nach und nach ein Konzept, das nicht nur die Eigenheiten der Behörden abbildet, sondern gleichzeitig ein zugängliches, humorvolles Kartenspiel werden sollte. Was zunächst wie ein spontanes Experiment wirkte, wurde schnell ein strukturiertes Projekt – mit klaren Kategorien, wiederkehrenden Bewertungssystemen, grafischen Ideen und einem stetigen Feinschliff.


Die erste Version: 53 Karten und Probleme mit der Spieldynamik

Der erste Prototyp war ambitioniert: Insgesamt 53 Karten, jede mit eigenen Beschreibungen, Kategorien und Punktwerten. Die Vielfalt war groß – vielleicht zu groß. Beim Probespielen zeigte sich schnell, dass diese Version zwar inhaltlich reichhaltig war, aber den Spielfluss erheblich bremste. Besonders im Supertrumpf-Modus zogen sich die Runden in die Länge. Manche Karten kamen kaum zum Einsatz, während andere Werte das Spiel dominierend prägten. Das Ergebnis: Ein Spiel mit viel Potenzial, das aber in seiner ursprünglichen Größe einfach nicht rund lief. Diese Erkenntnis war entscheidend für den nächsten Schritt.


Wir entschieden uns, radikal zu reduzieren: von 53 auf 33 Karten. Dieser Schritt war mehr als nur ein Kürzen. Jede Behörde wurde neu bewertet, jede Kategorie neu kalibriert. Besonderen Fokus legten wir auf die Verteilung der Fünf-Sterne-Karten. Während sie in der ersten Version zufällig und ungleichmäßig verteilt waren, sollten sie nun bewusst Spannung ins Spiel bringen, ohne es zu verzerren. Das bedeutete: zahlreiche Proberunden, immer wieder kleine Anpassungen, Diskussionen darüber, welche Behörde welchen Charakter hat und warum. Das Balancing erwies sich als eine der aufwendigsten, aber auch wichtigsten Phasen – denn erst dadurch wurde das Spiel wirklich spielbar, dynamisch und unterhaltsam.


Designprozess: Von Wappensymbolen zu spielbaren Grafiken

Parallel dazu begann die visuelle Gestaltung des Quartetts. Ziel war eine Optik, die sofort Assoziationen zu den jeweiligen Städten oder Landkreisen weckt, ohne offizielle Wappen zu kopieren oder Rechte zu verletzen. Wir entschieden uns daher für grafische „Verwandte“ der Wappen: ähnliche Formen, abstrahierte Elemente, wiedererkennbare Farben – aber eben keine exakten Kopien. Canva wurde zum zentralen Werkzeug, um diese Designs einheitlich, klar und modern zu gestalten. Nach mehreren Iterationen entstand ein Stil, der sowohl humorvoll als auch überraschend ästhetisch ist und dem Spiel einen professionellen Charakter verleiht.


Produktion des Ausländerbehördenquartetts

Für die eigentliche Herstellung nutzten wir den Anbieter mein-spiel.de. Was viele unterschätzen: Der Weg von einem digitalen Entwurf zu einer druckfertigen Datei ist kein Selbstläufer. Die Spielkarten mussten exakt an die Produktionsvorgaben angepasst werden – einschließlich Beschnittzugaben, Druckränder, Dateiformate und Farbprofile. Besonders die Deckblätter, die Schachtel und die Rückseiten der Karten mussten akribisch überprüft werden, da schon winzige Abweichungen später sichtbar gewesen wären. Mehrfach mussten wir Details korrigieren, neu hochladen und testen, bis schließlich die Druckfreigabe erteilt wurde. 


Bewertungen und Feedback Prozess mit Kolleg*innen

Der Kern des Quartetts liegt in den Bewertungen, und diese kommen nicht aus dem luftleeren Raum. Vieles basiert auf unseren eigenen Erfahrungen im migrationsrechtlichen Alltag. Die fünf Kategorien – Erreichbarkeit, Bearbeitungsgeschwindigkeit, Kompetenz, Dreistigkeit und Wohlwollen – spiegeln das wider, womit Rechtsanwältinnen, Sozialarbeiterinnen und Ratsuchende tagtäglich konfrontiert sind. Um die Einschätzungen möglichst realistisch und fair zu gestalten, haben wir bei einigen Behörden zusätzlich Kolleg*innen aus den jeweiligen Städten um ihre Eindrücke gebeten. Dadurch entstand ein ausgewogenes Bild, das sowohl subjektive Wahrnehmungen als auch kollektive Erfahrungswerte einbezieht.


Ein Kartenspiel – und ein kleines Zeitdokument

Am Ende war das Ausländerbehördenquartett nicht einfach nur ein kreatives Nebenprojekt. Es wurde zu einem Spiel, das mit viel Liebe zum Detail, einer ordentlichen Portion Humor und einer großen Menge an Praxiswissen entstanden ist. Jede Karte erzählt etwas über den Zustand deutscher Migrationsverwaltungen im Jahr 2025. Und gleichzeitig zeigt das Projekt, wie aus einer spontanen Idee – mit vielen Schleifen, Tests und Überarbeitungen – ein Produkt entstehen kann, das sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt. Ein Quartett, das zwischen Satire, Realität und Spielspaß seinen ganz eigenen Platz gefunden hat.


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