Wie die Kündigung funktioniert - Hilfreicher Guide von Allaboutberlin zur Kündigung des Arbeitsplatzes (Eigenkündigung)
- Isabelle Manoli

- 23. März
- 2 Min. Lesezeit

Der aktuelle Leitfaden von allaboutberlin zur Erstellung eines rechtssicheren Kündigungsschreibens zeigt sehr präzise, wie wichtig ein formal korrektes Vorgehen beim Ausscheiden aus einem Arbeitsverhältnis in Deutschland ist. Für viele internationale Fachkräfte hat ein Kündigungsschreiben jedoch nicht nur arbeitsrechtliche, sondern häufig auch aufenthaltsrechtliche Bedeutung. Die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses ist nicht nur ein privater Vorgang zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, sondern kann unmittelbare Folgen für die Aufenthaltssituation haben. Dies gilt insbesondere, wenn Sie als Ausländer ein Arbeitsvisum oder eine Aufenthaltserlaubnis zu Beschäftigungszwecken besitzen.
Muster Kündigung Arbeit Ausländer
Der Leitfaden erklärt zunächst sehr klar, dass eine Kündigung in Deutschland zwingend schriftlich erfolgen muss (siehe auch § 623 BGB). Ein handschriftlich unterschriebenes Kündigungsschreiben ist zwingende Voraussetzung, denn nur dann beginnt die gesetzliche Kündigungsfrist zu laufen. Allaboutberlin stellt hierfür ein präzises Muster zur Verfügung und hebt hervor, welche Angaben zwingend in ein Kündigungsschreiben gehören – insbesondere der richtige Adressat, das Datum der Kündigung und die eindeutige Verwendung des Begriffs „Kündigung“ im Betreff. Für internationale Fachkräfte ist dies besonders wichtig, da formale Fehler schnell zu Verzögerungen führen, die arbeits- und aufenthaltsrechtliche Risiken mit sich bringen können.
Tatsächlicher Zugang beim Arbeitgeber wichtig
Besonders relevant ist der Hinweis des Guides, dass die Kündigung erst wirksam wird, wenn sie dem Arbeitgeber tatsächlich zugeht. Allaboutberlin erläutert hierzu die beiden praktisch sicheren Varianten: persönliche Übergabe mit Zeugen oder Versand per Einwurf-Einschreiben.
Allaboutberlin weist außerdem darauf hin, dass ein Kündigungsschreiben bewusst knapp gehalten sein sollte. Es enthält keine Begründung, keine Kritik und keine Ausführungen zu künftigen Plänen. Das ist juristisch korrekt und dient dem Schutz der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers. Für internationale Fachkräfte bedeutet dies: Eine neutrale und formale Formulierung verhindert, dass spätere Konflikte mit dem Arbeitgeber entstehen, die bei der Beantragung eines Arbeitszeugnisses, einer Urlaubsbescheinigung oder im Umgang mit der Agentur für Arbeit relevant werden könnten. Viele Fachkräfte aus dem Ausland sind überrascht, dass deutsche Arbeitgeber kein „Gespräch über die Gründe“ erwarten, sondern die reine Schriftform ausschlaggebend ist.
Kündigungsschreiben für Arbeitslosengeld
Schließlich weist der Guide von allaboutberlin darauf hin, dass die Agentur für Arbeit bei der Beantragung von Leistungen eine Kopie des Kündigungsschreibens verlangt. Für viele ausländische Fachkräfte ist dies ein weiterer Punkt, der oft erst sehr spät bemerkt wird. Wer sich frühzeitig informiert und seine Unterlagen vollständig vorbereitet, vermeidet Verzögerungen beim Bezug von Leistungen oder bei der Meldung als arbeitssuchend – ein Prozess, der wiederum aufenthaltsrechtliche Relevanz hat (z.B. bei der Beantragung der Chancenkarte und der entsprechenden Lebensunterhaltssicherung).
Insgesamt bietet der Artikel von allaboutberlin einen sehr hilfreichen, präzisen und praxisorientierten Überblick über die formalen Anforderungen eines Kündigungsschreibens in Deutschland. Er zeigt jedoch auch, wie eng Arbeits- und Aufenthaltsrecht miteinander verbunden sind. Eine formal korrekte Kündigung schützt nicht nur arbeitsrechtlich, sondern schafft gleichzeitig die Grundlage für einen stabilen und rechtssicheren Aufenthalt in Deutschland – sei es im Rahmen der Chancenkarte, des Jobseeker-Visums oder eines anderen Titels nach dem Fachkräfteeinwanderungsrecht.



