Ausländerbehörden bereiten sich auf Einbürgerung von Ukrainer*innen vor
- Isabelle Manoli

- 2. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Seit Beginn des Ukrainekriegs am 24. Februar 2022 sind Hunderttausende Ukrainer*innen nach Deutschland gekommen. Für viele von ihnen wird in etwa zwei Jahren der Zeitpunkt erreicht sein, ab dem sie die Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen können. Ab dem 24. Februar 2027 könnten somit zahlreiche neue Anträge bei den deutschen Einbürgerungsbehörden eingehen. Für die Behörden bedeutet dies eine weitere erhebliche organisatorische Herausforderung, denn das deutsche Einbürgerungsrecht ist bereits jetzt durch absurd lange Bearbeitungszeiten und teils jahrelange Wartezeiten geprägt.
Eine Welle von Einbürgerungsanträgen zeichnet sich ab
Die Dimension des bevorstehenden Antragsvolumens ist enorm. Während in der Vergangenheit die Einbürgerung von Syrerinnen bereits eine große Aufgabe darstellte – bei etwa 700.000 potenziell Einbürgerungsberechtigten – wird die Zahl der Ukrainerinnen auf rund eine Million geschätzt. Damit übertrifft das künftige Antragsvolumen das vorherige Maß deutlich. Hinzu kommt, dass viele Ukrainer*innen durch den leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt schneller die Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen können, insbesondere die Sicherung des Lebensunterhalts. Dies könnte die bevorstehende Einbürgerungswelle organisatorisch noch anspruchsvoller machen als frühere Verfahren.
Strategien der Ausländerbehörden
Um die bevorstehende Belastung zu bewältigen, planen die Ausländerbehörden, zunächst die bestehenden anhängigen Einbürgerungsanträge bis Ende 2026 abzuarbeiten. Erst danach sollen die ukrainischen Antragsteller*innen in den Fokus rücken. Ziel ist es, die Abläufe zu strukturieren und die bevorstehende Welle von Einbürgerungsanträgen besser zu steuern. Dennoch ist davon auszugehen, dass die zusätzlichen Anträge die ohnehin langen Bearbeitungszeiten weiter verlängern könnten und die Behörden vor große organisatorische Herausforderungen stellen werden.
Tipps für zukünftige Antragsteller*innen
Für Ukrainer*innen, die eine Einbürgerung anstreben, ist es besonders wichtig, sich frühzeitig zu informieren und die notwendigen Unterlagen sorgfältig vorzubereiten. Wer seine Anträge vollständig und korrekt einreicht, kann mögliche Verzögerungen zumindest teilweise vermeiden. Gleichzeitig bleibt die Situation für Fachkräfte im Migrationsbereich spannend: Es wird entscheidend sein, wie die Behörden diese neue Herausforderung organisatorisch bewältigen und ob zusätzliche Ressourcen bereitgestellt werden, um die Einbürgerungsverfahren effizient zu gestalten.
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